Mein lieber Freund und Kupferstecher
Die Welt der klassischen Musik und Dichtkunst, Konzerte, Bälle, Opern. Gediegene, edle und teilweise auch förmlich anmutende Athmosphäre bildet den Hintergrund zu einem aktuellen Projekt. So brachte mich die Suche nach einer thematisch passenden Schriftart mitten in die Welt des Kupferstichs.
Die Redewendungen: “Mein lieber Freund und Kupferstecher” und “abgekupfert” erinnern noch an diesen fast ausgestorbenen grafischen Beruf.
Kupferstecherei entwickelte sich aus der Gravurkunst. Im 17. und 18. Jahrhundert gab es noch zahlreiche Kupferstecher. Silber- und Goldschmiede entdeckten diese Technik, als sie Verzierungen auf Waffen oder Bechern mittels Farben in den Vertiefungen hervorhoben.
Herstellung: Die Oberfläche einer Kupferplatte wird vor dem Gravieren sorgfältig poliert. Seitenverkehrt wird danach das Bild oder die Illustration auf das Kupfer übertragen, indem der Kupferstecher die Linien hineinritzt. Anschließend wird die Kupferlatte eingefärbt, erwärmt und erneut poliert. Im nächsten Schritt wird das Bild dann auf Papier, Seide oder Pergament gedruckt (gedrückt), indem man die Platte stark presst. So überträgt sich die Farbe aus den Rillen auf das Blatt.
Da größere Flächen nicht aus der Metallplatte herausgestochen werden können, müssen zahlreiche, dicht beisammenstehende Linien eine flächenähnliche Wirkung erzielen. Durch die Feinheit und schraffierende Überlagerung der Striche sind fließende Übergänge möglich. Der Kupferstich ermöglicht so eine Detailreichtum und eine differenzierte Wiedergabe des Dargestellten.
Später trat der Stahlstich die Nachfolge des Kupferstichs an.

Bildquelle: Wikipedia
Links: Das Mannheimer Schloss um 1725 | Kupferstich nach der Zeichnung des Architekten de Froimon
Rechts: Rheinschanze und Zitadelle Mannheim im Jahr 1620
Ein Artikel über Meister Schön aus Wien, einen der letzten Kupferstecher, informiert anschaulich über diese alte Handwerkskunst. Überrascht las ich: ein Knick links unten in der Visitenkarte bedeutete die Aufforderung zum Duell.
Bitte gehen Sie sorgfältig mit Ihren Visitenkarten um. Man weiß ja nie…
Ausführliche Informationen zu stahlstichgeprägten Visitenkarten fand ich bei der Firma Hannovera. Für ein so edles Produkt durchaus erschwingliche Preise.
Eine schöne und dazu passende Schriftart entdecke ich sicher auch noch.
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