Mit dieser netten Geschichte möchte ich allen Lesern frohe Feiertage wünschen. Und mich natürlich bei meinen Kunden für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahr 2007 bedanken.
=======================================================================
Menschen sind schon komische Wesen. Das liebe lange Jahr über vergiften sie uns mit ihren Abgasen, beschweren sich trotzdem über das Waldsterben und hinterlassen allen möglichen Müll in der Schonung. Aber dann, wenn es Winter wird, entdecken sie die große Liebe zu uns Bäumen. Nicht zu allen, denn die Kollegen von der laubtragenden Fraktion sehen dann recht schmucklos aus, sondern speziell zu uns Tannen. Ob Blau-, ob Edel-, Hauptsache Tanne muß es sein.
Geht es auf das Jahresende zu, fallen sie massenweise bei uns ein, graben uns aus oder hacken uns ab. Aus lauter Liebe, versteht sich. Raus aus dem winterlichen Wald, rein in die warme Stube. Nein, ihr Tännchen, schüttelt nicht so ungläubig mit dem Kopf, das tun die wirklich. Wie? Ja stimmt schon, die Menschen haben keine Nadeln und leben auch nicht im Wald; sie haben nichteinmal ein Fell, außer auf dem Kopf, so daß sie jämmerlich frieren, wenn es kalt wird. Aber sag selbst: Kann ein vernünftiges Wesen daran glauben, daß es uns etwas Gutes tut, wenn es uns ausgräbt oder gar abhackt und an einen warmen Ort trägt? Siehst du: kann es nicht. Aber damit beginnt die Sache ja erst.
Kaum war ich ausgegraben - zum Glück haben sie mich nicht abgehackt - wurde ich in eine der großen Qualmkisten verfrachtet, die die Luft verpesten. Nach einer endlos scheinenden Fahrt wurde ich abgeladen und durch einen Trichter gesteckt, der all meine Arme nach oben verbog und landete schließlich in einem ‘Netz’. “Spart Platz beim Transport”, sagte ein Mensch zum anderen. Dann wurde ich wieder verladen, rumgefahren und auf einem sogenannten ‘Markt’ aufgestellt.
Da standen noch andere Opfer der Liebe neben mir. Viele Menschen wimmelten herum und einer war dabei, der schrie immer “Schöne, schöne Weihnachtsbäume”, aber ich war wenigstens meine Fesseln los. Doch nicht für lange. Jemand gab dem Schreihals einen buntbedruckten Lappen und dafür wurde ich wieder durch den Trichter gestopft, gefesselt und von dem mit dem Lappen mitgenommen. So stand ich dann drei Tage lang in einer Ecke.

weiterlesen… »
Popularity: 48%
Iris Rügner,
20.12.2007, 11:49 | Abgelegt unter: 01 | Blog | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
Vielleicht sollte ich mir auch mal so ein aufmerksamkeitsträchtiges Flash Overlay besorgen.
Pro4ma.com hacked by Bundestrojaner oder so.
Würde sicherlich für Aufruhr sorgen, ha!
Gefunden habe ich die Informationen über das gestrige HackingMarketing beim Lesen im Netz.
Die Bildzeitung wird demnächst eine neue Version ihrer Seite aufschalten und nutzte dies offensichtlich für einen Marketing-Gag. Bild 2.0 …
Nein, ich pflege Bild.de nicht zu besuchen.
Ich befürchte nämlich Reizüberflutung, Synapsenoverload und Aufmerksamkeitsüberschußsyndrom meinerseits :)
Damit wären Intuition und Kreativität dahin.
Frei nach dem Motto: wenn der Designer nix mehr weiss, macht er einen Kreis.
Also besser Finger weg.
Die für Furore sorgende “Hacking” Overlay-Flash-Animation auf Bild.de legte den Schluß nah, die Website sei von einer Cracker-Gruppe namens “Cyberduckz” gekapert worden. Visualisiert von einer Plastikente mit dem Untertitel: “In wenigen Tagen schalten wir diese Website ab!”
Nette Zeitungsente!
Doch, das find ich einfallsreich und amüsant.
Auch wenn ich Bild weiterhin nicht lesen werde, um meinen Kunden mehr als bunte Kreise bieten zu können.
Update: Link zur Flashanimation. Nicht schlecht, Herr Specht ich mein natürlich Entchen :)
Update 2: [10.12.07 ] Spiegel Online hat heute einen Bericht über das bildhafte Entlein veröffentlicht. Marketing-Gag - ja oder nein? Bisher wurde dies seitens Springer weder dementiert noch bestätigt.
Popularity: 62%
Iris Rügner,
9.12.2007, 18:13 | Abgelegt unter: 01 | Blog | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare
gibt es sie noch?
Wunschzettel, per Hand geschrieben, die Stirn in nachdenkliche Falten gelegt, am Bleistift kauend?
Anlaß zum Sinnieren über Handschrift und Wunschzettel waren zwei Mails, die gestern in meinen Eingangsordner flatterten.
Absender: meine Söhne.
Alles fein säuberlich und ordentlich aufgelistet. Radieren muss man auch nicht mehr.
Eigentlich sehr praktisch. Und ja, ich gebe zu, ich habe meinen auch per Mail geschickt.
Aber ein bisschen schade ist das schon. Das mit dem Wunschzettel meine ich.
Von Hand Geschriebenes hat einen ganz besonderen Flair.
Der Geruch frischer Tinte, die samtige Oberfläche des Papiers, die glänzende Feder des Füllers, der Schwung der Handschrift - nein, da kann elektronische Post nicht mithalten.
Viel persönlicher als Getipptes ist es auch.
Wenn man es denn lesen kann …
Ich habe noch ein Rezeptbuch meiner Oma. Handgeschrieben in altdeutscher Schrift. Eine echte Kostbarkeit. Noch dazu sind die Plätzchenrezepte unschlagbar!
Hätte sie es in einer Textprogrammversion Anno 1900 getippt, wäre es vermutlich nicht mehr zu gebrauchen. Gut, daß sie es aufgeschrieben hat!
Woher kommt eigentlich der Weihnachts - Wunschzettelbrauch?
Ich machte mich interessiert auf die Suche.
Erwähnt wird er in der Literatur das erste Mal im Biedermeier des 19. Jahrhunderts. Kinder des gehobenen Bürgertums betrachteten ihre Eltern als Vermittler gegenüber dem Gabenbringer. Wobei es in Punkto Gabenbringer regionale Unterschiede gab: in Mittel- und Norddeutschland adressierten die Kinder den Wunschzettel an den Weihnachtsmann, in Süd- und Westdeutschland an das Christkind. Was vermutlich damit zusammenhängt, daß Luther die früher am Nikolaustag übliche Bescherung auf den Weihnachtstag verlegte. Die evangelische Kirche kennt ja keine Heiligenverehrung.
Um die Jahrhundertwende wurde der Wunschzettel dann auf vorgedruckte, kunstvoll dekorierte Karten mit farbig illustrierten Vorderseiten geschrieben.
Hier kann man ein Exemplar aus vergangenen Zeiten betrachten.
Herzig :)
Heutige Kinder können ihre Wunschzettel übrigens an Weihnachtspostämter senden.
Die heißen Himmelsstadt, Himmelpfort, Himmelsthür, Engelskirchen, Nikolausdorf usw.
Die Briefe werden beantwortet und mit einer Sondermarke versehen.
Eine nette Idee.
Der handgeschriebene Wunschzettel lebt also doch noch.
Popularity: 49%
Iris Rügner,
28.11.2007, 19:02 | Abgelegt unter: 01 | Blog | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare