eine andere Sichtweise
Mit dieser netten Geschichte möchte ich allen Lesern frohe Feiertage wünschen. Und mich natürlich bei meinen Kunden für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahr 2007 bedanken.
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Menschen sind schon komische Wesen. Das liebe lange Jahr über vergiften sie uns mit ihren Abgasen, beschweren sich trotzdem über das Waldsterben und hinterlassen allen möglichen Müll in der Schonung. Aber dann, wenn es Winter wird, entdecken sie die große Liebe zu uns Bäumen. Nicht zu allen, denn die Kollegen von der laubtragenden Fraktion sehen dann recht schmucklos aus, sondern speziell zu uns Tannen. Ob Blau-, ob Edel-, Hauptsache Tanne muß es sein.
Geht es auf das Jahresende zu, fallen sie massenweise bei uns ein, graben uns aus oder hacken uns ab. Aus lauter Liebe, versteht sich. Raus aus dem winterlichen Wald, rein in die warme Stube. Nein, ihr Tännchen, schüttelt nicht so ungläubig mit dem Kopf, das tun die wirklich. Wie? Ja stimmt schon, die Menschen haben keine Nadeln und leben auch nicht im Wald; sie haben nichteinmal ein Fell, außer auf dem Kopf, so daß sie jämmerlich frieren, wenn es kalt wird. Aber sag selbst: Kann ein vernünftiges Wesen daran glauben, daß es uns etwas Gutes tut, wenn es uns ausgräbt oder gar abhackt und an einen warmen Ort trägt? Siehst du: kann es nicht. Aber damit beginnt die Sache ja erst.
Kaum war ich ausgegraben - zum Glück haben sie mich nicht abgehackt - wurde ich in eine der großen Qualmkisten verfrachtet, die die Luft verpesten. Nach einer endlos scheinenden Fahrt wurde ich abgeladen und durch einen Trichter gesteckt, der all meine Arme nach oben verbog und landete schließlich in einem ‘Netz’. “Spart Platz beim Transport”, sagte ein Mensch zum anderen. Dann wurde ich wieder verladen, rumgefahren und auf einem sogenannten ‘Markt’ aufgestellt.
Da standen noch andere Opfer der Liebe neben mir. Viele Menschen wimmelten herum und einer war dabei, der schrie immer “Schöne, schöne Weihnachtsbäume”, aber ich war wenigstens meine Fesseln los. Doch nicht für lange. Jemand gab dem Schreihals einen buntbedruckten Lappen und dafür wurde ich wieder durch den Trichter gestopft, gefesselt und von dem mit dem Lappen mitgenommen. So stand ich dann drei Tage lang in einer Ecke.

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